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Und zu guter letzt noch Päda. Päda hier ist wie Päda in Osnabrück. Und meine Professorin könnte die jüngere Schwester von Frau Kunze sein. Ehrlich!

In dem ganzen Hickhack mit Absage und dann doch Zusage der Uni habe ich bei der Kurswahl einen kleinen Fehler gemacht: ich habe mich ausversehen in die Grundschulpädagogik eingeschrieben. Der Kurs hat aber leider später angefangen, so dass das Datum zum Umwäheln der Seminare und Vorlesungen schon rum war. Naja, bin ich eben geblieben. Mit der Professorin habe ich dann ausgemacht, dass ich bei Fallbeispielen immer den 3e cycle nehme, der der Unterstufe in Deutschland entspricht (hier sind die Kids 6 Jahre in der Grundschule). Außerdem habe ich drei ganz süße Mädels kennengelernt, die total wild drauf waren mir zu helfen und mich in ihre Arbeitsgruppe so nett integriert haben wie sonst kaum jemand hier.

Was aber das tolle an dem Kurs ist: man lernt das ganze Ausmaß an Pädagogenblabla und Reformwahnsinn in Québec kennen. Wie die mit soviel Durcheinander noch Spitzenergebnisse bei PISA erziehlen konnten, ist mir ein echtes Rätsel.

Ab und zu lernt man schon was im Kurs und sonst ist es eigentlich ganz witzig mit den Mädels. Zumindest funktionniert hier die Gruppenarbeit. Wir dürfen sogar die Abschlussklausur (ein Zeignis schreiben) in Partnerarbeit machen und Amélie hat sofort gesagt, dass sie das mit mir machen will, auch wenn ich manchmal eher hinderlich als hilfreich bin. Echt lieb! Tja, und jetzt muss ich nur noch ein paar Texte für mein Portfolio schreiben und dann hoffe ich, dass mir der Kurs in Osna anerkannt wird, dann fehlte mir nömlich nur noch ein Sitzschein in Päda. Oh ja, es riecht nach Ende, und ich freue mich!

Ach so, Thema der Veranstaltung: Benotung von Schülerproduktion unter Berücksichtigung des Kompetenzerwerbs und nicht des Wissenserwerbs. Das heißt: wir schaffen die Noten wieder ab und bewerten schriftlich, wir schreiben auch keine Klausuren mehr, sondern jeder Schüler macht irgendwas und am Schluss gucken wir, ob er eine Steigerung erzielt hat über das Jahr hinweg. Aha. Es sind nette Ansätze dabei, vor allem die Annäherung, wie man Kompetenzen bewertet, was ja mit den Bildungsstandards bei uns auch so langsam kommt, aber das Konzept als ganzes ist nicht so toll. Naja, reformen im Bildungswesen, da haben glaube ich alle Länder mit zu Kämpfen. Nur, in Deutschland ignorieren noch zu viele, dass die Bildungsstandards Gesetz sind und machen ihr eigenes Ding - man wird ja nicht kontrolliert als Lehrer! Und hier nehmen alle das viel ernster. Ok, Gesetzt? Ich finde es doof, aber ich muss wohl...

Das Ziel meines Aufenthalts hier an der Uni habe ich aber auf jeden Fall erreicht: einen Einblick in das Uni- und Bildungswesen und die Erkenntnis, dass man hier auch nur mit Wasser kocht.

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