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Beschwerde von Papa, dass ich nicht schreiben soll, dass ich morgen weiterschriebe und es dann gar nicht tue... ok, dann geht's eben jetzt weiter. Sonntag Abend, Christophe korrigiert gerade einen Aufsatz von mir, ist doch die beste Zeit um an der Homepage weiter zu operieren.

Ja, Mathe! Ich habe mich von Deutschland aus in diesen Kurs eingeschrieben. Da ich ja eigentlich Mathedidaktikveranstaltungen gesucht habe und nur eine von fünf in diesem Trimester angeboten wird, musste ich noch mindestens einen Mathekurs dazunehmen, sonst hätte ich zu wenige Kredite gehabt (so ne Art ECTS-Punkte). Ich habe dann den Kurs genommen, der am ehesten vom Namen her Richtung Didaktik geht: Modélisation des mathématiques. Modellisiern, Theorie in Wirklichkeit hineinpressen usw. klingt gut. Dachte ich. Nun ja, es hat auch was mit Modellen zu tun, aber das Buch was ich mir zu der Vorlesung kaufen musste heißt "Essential mathematical biology". Ja, richtig, Susanne, die nach der 10. Klasse jubelnd Biologie abgewählt hat, sitzt jetzt in einer Bio-Vorlesung. Gut, wir sind nur Mathematiker im Kurs (zehn an der Zahl), aber die Realität, die wir modellieren kommt aus der Biologie. Da geht es um Insektenpopulationen, wer überlebt, wer stirbt wenn es eine begrenzte Anzahl von Ressourcen gibt, wie verhalten sich die Fruchtfliegen (Gruß an Freddy - ich sehe was du bei skype schreibst) im Labor, wie in der Natur, können Schwertwale überleben wenn sich ihr Futter versteckt und warum war der Fischanteil verschiedener Rassen nach dem 1. Weltkrieg anders als davor. Der Prof präsentiert Modell um Modell, wir rechnen, leiten ab, suchen Eigenwerte, präsentieren stolz das Ergebnis, wie wir alle im Einklang miteinander überleben - Fische, Fruchtfliegen, Plankton und wir - und dann steht im Buch: aber die Wirklichkeit verhält sich ganz anders...deprimierend! Leider ist der Prof auch von der Sorte der eher schlechten Didaktiker und so habe ich es nicht leicht die Dinge zu verstehen. Ich habe zwar in den Übungsaufgaben immer meine 50-60% richtig, aber für die kommenden Klausuren sehe ich schwarz. Ich will mir aber auch nicht den Aufenthalt hier versauen, indem ich nur lerne, lieber bringe ich ne schlechte Mathenote mit nach Hause und war dafür oft genug in der Umgebung. Ausserdem will ich in den Päda-Kurs und in Musik investieren, denn das kann ich mir in Osnabrück anrechnen lassen.

Zum Thema Mathe noch einen letzten Satz: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH LIEBE BETTY ZUR BESTANDENEN MATHEZWISCHENPRÜFUNG!!!

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