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Um meine Pflichtkredite voll zu bekommen und auch um vor allem mein schrifliches Französisch wieder auf Vordermann zu bringen, habe ich beschlossen noch einen Französischkurs dazuzunehmen. Leider habe ich aber dur meinen Einschreibmarathon den Einstufungsklausurtermin verpasst und hatte somit keine echte Wahl mehr. Naja, der Kurs, den sie mir dann angeboten haben, klang auch so, wie ich mir das in etwa gewünscht habe, also was das schon in Ordnung so. Erste Stunde, ein bisschen nervös, was wird kommen? Es kam die große Überraschung: 70% der Kursteilnehmer waren Québecer. Nanu? Wie das? Scheinbar haben unglaublich viele francophone Québecer Probleme mit ihrer eingenen Muttersprache. Erstmal benutzen sie sehr viele Anglizismen und vergessen somit immer mehr französische Wörter. Das geht zwar in Gesprächen gut, aber an der Uni in schriftlichen Aufgaben wird eben doch echtes Französisch verlangt. Zweitens haben sie tierische Probleme mit der Rechtschreibung: kommt an das participe passé nur ein i oder ein is oder it dran.Oder noch schlimmer, auf Werbeplakaten sieht man schonmal "je me suis acheter...". Und dieses Problem ist weit verbreitet. Für einige Studiengänge (Werbung, Lehramt z.B.) muss man einen Eingangstest in Französisch machen, und die die ihn nicht bestehen landen dann in dem Kurs, in dem ich mich auch eingeschrieben habe. Und ich muss sagen: sie haben es bitter nötig!!! Und wenn ich noch einen Schritt weiter gehen darf: eigentlich sind diese Leute nicht geeignet für die Uni. Anhand von Äußerungen, die sie im Kurs von sich geben, kann man doch in etwa eine Reife und eine Intelligenz feststellen. Und da werden sie mühelos von unseren 10.-Klässlern geschlagen.

Eigentlich ist der Kurs aber genau das richtige für mich. Manchmal etwas zu einfach, manchmal muss ich aber auch ganzschön pauken, da wir die Grammatik bis in alle Einzelheiten durchnehmen. Zwischenzeitlich habe ich Christophe und auch seinem Onkel Yves sogar die Regeln erklärt (und die beiden sind top was Französisch und seine Grammatik angeht!) und Christophes Papa, der sonst alles weiß, musste mir gestehen, dass er sich bei gewissen Dingen selber irrt.

In der ersten Stunde ist mir aber noch etwas witziges passiert: Die Dozentin hat noch einmal darauf hingewiesen, dass dieser Kurs eigentlich für fracophone Studenten ist und in Ausnahmefällen für sehr fortgeschrittene Nicht-Französischsprechende. Das heißt, dass jeder Ausländer, der kein Diplom in Französisch hat, sich einmal gut überlegen soll, ob er den Kurs auch schafft und im Einzelgespräch mit ihr darüber diskutieren soll. Gut, ich bin direkt in der Pause hin mit klopfendem Herzen, denn ich habe nach diesem ewigen Hin und Her endlich einen Kurs gefunden, der in meinen Stundenplan passt und dann das... Ich habe dann groß und breit angefangen zu erklären, dass ich 9 Jahre Französisch in der Schule hatte, auch mein Abi drin geschrieben habe, dass ich nur viel vergessen habe, aber ich werde ganz doll arbeiten usw. Ihre Anwort: "Hm, nunja, hm.... ich glaube nicht, dass das der richtige Kurs für dich ist!" Heiß-kalt-wut, was auch immer, total enttäuscht habe ich dann gefragt warum. Sie: "Nunja, ich denke, der Kurs isz zu leicht für dich!" WAAAAS? "Neinneinnein, Sie haben mich da ganz falsch verstanden..." :-)

Im Endeffekt durfte ich bleiben und ich habe mich nicht wirklich unterfordert gefühlt. Manchmal waren die Wiederholungen etwas zu ausgedehnt, aber dann habe ich immer noch Vokabeln anhand der Beispielsätze gelernt und jetzt- fast am Ende - kann ich sagen, dass mir der Kurs sehr viel gebracht hat, ich bin bedeutend besser im Texte schreiben geworden und ich mache auch im Reden weniger Fehler. Etwas unangenehm war mir nur die erste Klausur. Ich hatte 25 von 30 Punkten, ganz ok finde ich. Mein Sitznachbar (Québecer) hat mich dann nach meinem Ergebnis gefragt - er hatte 21. Und je mehr ich um mich geguckt habe, alle Muttersprachler, deren Arbeit ich sehen konnte, lagen zwischen 15 und 23 Punkten. Ich habe dann ganz unauffällig meine Note versteckt...

...aber ein bisschen stolz bin ich schon.

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