Also Einschreiben, das ist eindeutig nicht meine Stärke!!!
Die Uni Montréal gibt an, jedes Jahr 5000 ausländische Studenten zu
haben, Tendenz steigend, und sie sind stolz wie Oskar darauf. Umsomehr
ärgert es mich, dass sie es immer noch nicht geschafft haben den
Studenten das Einschreiben richtig zu vermitteln. Jetzt arbeite ich
drei Tage intensiv dran und mit viel Glück ist es Freitag beendet.
Armseelig!
Alles fing damit an, dass ich wie erwünscht auf die ganzen Vortreffen
gegangen bin, alle Zettel ausgefüllt habe, meinen pädagogischen Berater
besucht habe... leider aber hat mir die Uni immer alles für die Fakultät
"sience et arts" gegeben, zu der die Mathematik gehört und nicht die
Infos der Fakultät "Enseignement" (Unterrichten) zu der ich als MatheLEHRERIN
gehöre. Dank dieses kleinen Fehlers haben die mich echt 3 Tage von Büro
zu Büro geschickt bis heute die erste Sekretärin dieses Missverständnis
aufgeklärt hat.
Montag war ja noch ok. Erstes Treffen, viel Infomaterial, ein Saal voller
Studenten. Der begrüßende Mensch vorne fragt mit einem Lächeln: "Ich
persönlich würde doch gerne mal wissen, wie die Natonalitäten hier so
vertreten sind. Also:
- Wie viele Belgier sind hier?" ... eine Meldung
- "Wie viele Skandinavier sind hier?" ... drei Hände in der Luft
- "Wie viele Deutsche sind hier?" ... voller Elan und stolz hebe
ich meine Hand und gucke um mich, und gucke und suche und gucke
und die Hand sinkt und ich suche und gucke und und und ... hä?
irgendwie bleibe ich alleine
- "Und wie viele Franzosen sind...?" *flusch* ein Meer von Händen
jubeln in der Luft!
Naja, dann war es auch klar für ihn, dass er in normaler Schnelligkeit sprechen
konnte *grrr*. Aber es geht. Ehrlich, ich bin richtig gut geworden, was
Verstehen angeht. Aber auch meine Erzählfähigkeit verbessert sich langsam
aber schnell. Und viele fragen mich selbst nach einem längeren Gespräch wo
ich her komme und wundern sich über meinen nicht vorhandenen Akzent (und da
wird sie stolz die Susi Sonnenschein) - leider aber, lieber Papa, wird mein
québecer Akzent gehegt und gepflegt und er gedeiht prächtig!
Aber zurück zum Thema.
Sonst war Montag nicht mehr viel, ich habe mich hauptsächlich durch den Infowulst gekramt und ...
... und, naja, lange Rede kurzer Sinn, es hat 4 Tage gedauert, bis ich mich richtig einschreiben konnte, da ich leider von Anfang an die falsche Information hatte und nur von Büro zu Büro geschickt wurde, stundenlang Schlange stand, ewig wartete nur um dann zu hören, dass ich wieder falsch war. Mittwoch bin ich dann endlich ins richtige Büro gestolpert und ab Freitag war ich dann endgültig Eingeschrieben. Ein Stress ohne Ende!!! Aber jetzt ist alles gut.