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Indian Summer wird die Zeit im Oktober genannt, in der es nochmal zwischen zwei und 28 Tagen richtig schön warm wird und die Bäume in gelb und rot strahlen. Ein bisschen vom Pech verfolgt waren diese Tage leider vor meiner freien Woche, so dass ich leider die meiste Zeit in der Uni oder zu Hause am arbeiten war. Mit einer Gruppe von Franzosen habe ich aber an dem schönsten und wärmsten Tag eine geführte Fahrradtour durch Montréal gemacht und ich mag euch die schönen und zahlreichen Fotos nicht vorenthalten.

Morgens um 8h war Treffpunkt. Ein wenig früh, aber ok. Mein Mitbewohner Benoît hat mir sein Fahrrad geliehen, so wurde die Tour etwas billiger für mich. Allerdings ergab sich dann das Problem, dass ich ja noch mit dem Fahrrad zum Treffpunkt am Vieux Port (10km von meinem Appartement) kommen musste. Zwar darf man Fahrräder mit in die Metro nehmen, aber das wollte ich nicht so gerne... da ich jedoch die fahrradfreundlichen Straßen

in Montréal noch nicht kannte, war ich doch versucht dazu. Bis ich mir dann dachte: Wer fährt schon Sonntags um 7h in der Stadt rum?

Und so bin ich doch los und bin die Straße St. Denis von Hausnummer 8229 bis 1 entlang gefahren. Wer Montréal kennt seufzt jetzt sehnsuchtsvoll, da St. Denis wirklich eine der schönsten Straßen der Stadt ist. Die Häuser sind alle sehr speziell mit ihren Treppen außen, alle aus Backstein (Fassade) und viele bunte Bäume. Dann etwas weiter südlich kommt man auf das Plateau am Berg mit dem großen Park, den vielen süßen kleinen individuellen Geschäften und den besten Bars überhaupt, weiter am Bankenzentrum vorbei mit den Wolkenkratzern, die alle nicht höher als der Berggipfel des Mont Royal sein dürfen, bis ins (Touristen-)Zentrum an den alten Hafen.

Und hier ein Teil unserer kleinen Gruppe, erwartungsvoll und noch etwas müde vor dem Fahrradladen an dem die ca. 15km lange Tour starten sollte.

Frédéric am Hafen, ein echt schöner Fleck, wenn die Sonne auf das Wasser scheint. Da übersieht man leicht mal die Industrie.

La biosphère, der Pavillion der USA für die Expo 67.

Und noch einmal die Hafenpromenade, malerisch mit einer der Brücken, der die Insel Montréal mit dem Festland verbindet.

Unten: Marché Bonsecours, beherbergt heute Kunstgalerien und Designerboutiquen. Ich war noch nie drin, aber die Fassade mit den Bäumen... einfach wunderschön!

"Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, und der Herbst beginnt..."

Und jetzt weiß man, warum ich mich ärgere, nicht aus der Stadt heraus gekommen zu sein während der scönsten Zeit des Herbstes. Man stelle sich diese Bäume als Wald vor. Unglaublich. Muss so sein, wie 2000 in den USA, liebe Freddy!

Ein Gebäude, ähnlich dem Chateau Frontenac in Québec, das von der Canadian Pacific Railway gebaut wurde. Glaube ich. Zumindest war es irgendeine Firma mit Eisen(bahn).

Kurze Pause im Parc de la Fontaine, einem der schönsten grünen Flecken in Montréal. Vorbei an diesem Park führt der Fahrradweg, parallel zu St. Denis, der vom Hafen bis zum nördlichen Ende der Stadt geht. Insgesamt gibt es doch über 300km Fahrradweg in der Stadt und ein Verein ähnlich dem ADFC setzt sich dafür ein, dass es immer mehr wird. Denn die Straßen sind wirklich gefährlich für Zweiräder ohne Motor!

Zwischen zwei großen parallelen Straßen gibt es oft noch eine kleine, die die Hinterhöfe der Häuser vereint, die so genannte ruelle. Meist sind diese dreckig und hässlich, jedoch bemüht sich die Stadt eifrig diese Verschmutzung zu bekämpfen und bietet an, wenn sich die Anwohner um Sauberkeit und Pflege kümmern, Pflanzen und Bäume kostenlos zu liefern und gemeinsam mit den Anwohnern die ruelle mit Hinterhöfen in eine ruelle verte (grünes Sträßchen) umzuwandeln. Die Anwohner haben dann die Aufgabe das grünzeug zu pflegen und ein Mal im Jahr gibt es einen Wettbewerb ähnlich "Unser Dorf soll schöner werden".

Oben: Parc Mont Royal mit dem Kreuz als höchstem Punkt der Stadt.

Links und unten: Vom Finanzzentrum mit "Wolkenkratzern" bis zum Park, ein Bild, das man zwei Mal Fotografieren muss (leider unscharf geworden beim Verkleinern für die Homepage).

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